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Beim gemeinsamen Bauen fremde Kulturen erkunden

20.02.2020

Sto-Stiftung unterstützt Workshop für Maler-Azubis in Rumänien


Die gemeinnützige Sto-Stiftung fördert seit 15 Jahren junge Menschen in handwerklicher und akademischer Aus- und Weiterbildung. Eines der in diesem Jahr wichtigsten Förderprojekte der Stiftung im Bereich Handwerk liegt im rumänischen Siebenbürgen. Hier gibt es heute noch etwa 150 historische Kirchenburgen und Wehrkirchen, die einst zur Verteidigung gegen Angriffe von Türken und Tataren erbaut wurden. Eine von ihnen ist die Wehrkirche in Martinsdorf im Kreis Hermannstadt (Sibiu).


Das Objekt wird bereits seit 2013 von der Bau-, Maler- und Lackiererinnung München mit Mitteln des EU-Erasmus-Projekts in Stand gesetzt. In den vergangenen Jahren arbeiteten jährlich rund 60 Auszubildende aus Deutschland an der Sanierung des Pfarrhauses und der dazu gehörigen historischen Gebäude. Im Juni 2020 sollen erneut zwanzig deutsche Maler- und Lackierer-Azubis aktiv werden. Sie werden erstmalig von der Sto-Stiftung unterstützt.


Alte Bautechniken erlernen


„Für unsere Arbeit ist wichtig, dass alle denkmalpflegerischen Arbeiten in Absprache mit dem Denkmalamt Sibiu durchgeführt werden. An dem historischen Objekt können alte Techniken erlernt und ausgeführt werden, was so in Deutschland für Azubis kaum machbar ist“, erklärt Konrad Richter, Stiftungsrat-Handwerk der Sto-Stiftung. „Neben dem gemeinsamen Arbeiten steht ein Kulturprogramm auf dem Programm. Die jungen Leute werden einen Teil Europas erleben, das sehr spannend zu entdecken sein wird“, fügt Richter an.


Zu den Techniken, die vor Ort gelernt werden, zählt neben der Grau-Malerei zur Wiederherstellung alter Decken- und Wandgemälde auch die Marmor-Malerei sowie die Freilegung und das Einstimmen alter Kaseinmalereien. In dem Zusammenhang ist für den Sommer 2020 die Befunduntersuchung und Erstellung einer Dokumentation eines mittelalterlichen Altars angedacht.


Doch bevor Hand angelegt wird, muss zuallererst der Istzustand dokumentiert werden. Dabei sollen die Azubis lernen, wie wichtig eine detaillierte Voruntersuchung bei der Sanierung denkmalgeschützter Gebäude ist. Dazu werden verschiedene Untergründe und Materialien wie Holz, Lehm oder Kalk vor dem eigentlichen Arbeiten genau unter die Lupe genommen. Angeleitet werden die Lehrlinge von Profis aus Deutschland wie Gregor Botzet, Fachlehrer an der Ferdinand-Braun-Schule in Fulda, und dem Seniorexperten Michael Doll vom Landesinnungsverband Bayern.


Arbeiten und leben mit der Dorfgemeinschaft


Neben der praktischen Arbeit bei der Instandsetzung der denkmalgeschützten Gebäude widmet sich auch das kulturelle Programm dem Schwerpunkt Restaurierung. Geplant sind Besichtigungen der schwarzen Kirche in Kronstadt mit ihrer berühmten Buchholzorgel inklusive fachkundiger Führung. Auch die orthodoxe Kathedrale des Nicolaus von Myra sowie ein Freilichtmuseum mit traditioneller bäuerlicher Kultur werden gemeinsam in Augenschein genommen.


An dem Workshop in Rumänien können zwanzig Auszubildende ab dem zweiten Ausbildungsjahr, die älter als 18 Jahre sind, teilnehmen. Das Projekt startet am 11. Juni und endet am 21. Juni 2020. Die Teilnehmer werden in der Zeit Teil der rumänischen Dorfgemeinschaft. Gewohnt wird im Dachbereich des Pfarrhauses. Die Mahlzeiten werden im nahen gelegenen Gemeinschaftshaus eingenommen. Auszubildende, die Interesse haben, an dem Projekt teilzunehmen, melden sich bis zum 30. April 2020 unter: denkmalcamp@handwerkerschule.eu



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