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Interior Scholarship 2018/2019 | Interview mit Anca Badut

15.11.2018
Scholarship-Stipendiatin Anca Badut studiert Architektur an der University of Architecture and Urbanism „Ion Mincu
Foto: Sto-Stiftung

AIT-Stipendium der Sto-Stiftung | Die Stipendiaten stellen sich vor


Vier Mal wurde das Interior Scholarship – das gemeinsame Stipendium von AIT und Sto-Stiftung – dieses Jahr vergeben. In der Jurysitzung im Juli 2018 überzeugte je ein Studierender der Hochschule RheinMain Wiesbaden, Hochschule Mainz, University of Architecture and Urbanism „Ion Mincu“ Bukarest und Piet Zwart Institute Rotterdam. Mit einer monatlichen Förderung von jeweils 500 Euro wird es den Studierenden ein Jahr lang ermöglicht, sich ganz ihrem Studium widmen zu können.


Im Interview berichtet Stipendiatin Anca Badut aus Bukarest über ihre Begeisterung für Innenarchitektur, weitere berufliche Zielsetzungen und Möglichkeiten, die das Stipendium eröffnet.


Was genau studierst du?

Zurzeit studiere ich Architektur an der University of Architecture and Urbanism „Ion Mincu” in Bucharest. Ich bin im 4. Jahr eines sechsjährigen Bachelor- and Master-Programms.


Was begeistert dich am Studium?

Zu den wichtigsten Dingen gehört, dass ich die Gelegenheit hatte, die Bedeutung von Funktion und deren Verlinkung mit dem Design zu begreifen und dabei nicht zu vergessen, dass es wichtig ist, beides zu verstehen und anzupassen, je nach der Größenordnung, mit der man arbeitet. Ich habe an Projekten gearbeitet, die von kleinen, detaillierten Größenordnungen bis hin zu der Größe eines Stadtplans reichten. Die experimentelle Welt der Architektur fasziniert mich mehr und mehr. Es sind die vielen Möglichkeiten des Designs und die Herausforderungen der verschiedenen Größenordnungen, die als Inspiration für die meisten meiner Forschungsarbeiten wirken.


Was bedeutet für dich das Studium der Innenarchitektur?

Ich denke, dass der Innenraum ein Raum des Übergangs ist. Er sollte nicht auf eine starre Art bestimmt werden; er ist nicht einfach so hoch oder so breit, sondern stellt unsere innere Projektion auf die Außenwelt dar. Innenarchitektur erlaubt uns – falls man uns nicht ohnehin dazu auffordert – mit dem Raum zu spielen, mit Licht, mit unterschiedlichen Arten von Herausforderungen des Wohnens, etc., zu experimentieren.


Was sind deine Zielsetzungen und wo zieht es dich beruflich hin?

Meine Ziele sind, dass die Menschen die Welt aus mehreren Perspektiven sehen und die Wichtigkeit des Designs als Antwort auf einige der Fragen und Mühen der gesamten Bevölkerung verstehen. Ich möchte Teil der Zukunft sein. Deshalb tue ich, was ich kann, um zu verstehen, womit sich die Welt des Designs bis zum heutigen Zeitpunkt auseinandergesetzt hat. Ich arbeite gerne an inspirierenden, das Leben verändernden Projekten, letzteres nicht nur für mich, sondern auch für andere Menschen. Außerdem arbeite ich gerne im Hintergrund, also dort, wo Forschung üblicherweise stattfindet. Es könnte nie mein Ziel sein, ein Stararchitekt zu werden.


Wie bist du auf das Interior Scholarship aufmerksam geworden?

Ich habe den Aushang an meiner Universität gesehen.


Was hat dich motiviert, dich für das Stipendium zu bewerben?

Die Tools kennen zu lernen, die es heute gibt, von wissenschaftlich akkurater Simulationssoftware bis hin zu Maschinen, die bei den Produktionen der meisten experimentellen Projekten heute eingesetzt werden. Der Versuch, alles über Design in allen Größenordnungen zu lernen, ist nicht nur zeitaufwendig, sondern erfordert auch eine Menge Ressourcen. Seit Jahren hatte ich das Gefühl, dass ich nicht alles lernen kann, weil mir Bücher, Software oder einfach Material fehlen oder die Miete für zwei oder drei Stunden vor einem Lasercutter.

Aber es geht um mehr als um Geld: Menschen. Eines meiner Ziele ist es, Menschen aus verschiedenen Gebieten, mit verschiedenem Hintergrund, aus verschiedenen Städten mit verschiedenen Geschichten zu treffen. Ich habe erkannt, dass die Bewerbung um das Stipendiat mir die Möglichkeit eröffnen könnte, außergewöhnliche Menschen kennen zu lernen.


Wofür nutzt du primär das Stipendium?

Für meine Forschung. Ich möchte in der Lage sein, bessere Modelle für meine Projekte an der Universität zu entwickeln und ich möchte in der Lage sein, Bücher zu kaufen, die online nicht zu finden sind, sowohl die, die meine Lehrer empfehlen, als auch die, von denen ich glaube, dass sie mir helfen könnten, weiterhin selbständig zu lernen.


Welche Möglichkeiten eröffnet dir das Stipendium?

Es bietet mir die Möglichkeit, nicht mehr in einem Teilzeitjob arbeiten zu müssen, um mein Studium zu finanzieren und weiterhin zu lernen und an meinem Ziel zu arbeiten.


Was sind deiner Meinung nach die Vorteile eines Stipendiums im Allgemeinen?

Es gibt da draußen jede Menge von klugen Menschen! Aber viele von ihnen können nicht tun, was sie gerne tun würden, weil sie unter dem Druck stehen, nicht zuviel Geld auszugeben. Manchmal sind sie gezwungen, bis in die Nacht hinein zu arbeiten, um ihre Miete zahlen zu können. Und dies könnten tatsächlich die Menschen sein, die unser Leben verändern und neue Lösungen für alte Probleme finden. Alles, was sie brauchen, ist etwas finanzielle Unterstützung. Ich meine, das ist ganz allgemein der Hauptnutzen eines Stipendiums.


Würdest du das Stipendium der Sto-Stiftung empfehlen?

Aber sicher!


Wie geht es bei dir in nächster Zeit weiter? Welche Pläne hast Du?

Ich arbeite weiterhin mit meinem Doktorvater an einem Kurs über Visual Communication in Landscape Design an der University of Toronto zusammen. Damit werde ich den Sommer verbringen. Als nächstes möchte ich noch mehr über Projekte in dieser Größenordnung herausfinden, über den Einfluss von städtischen oder landschaftlichen Projekten auf den Wert von offenen Räumen, auf Resilienz, auf Besiedlungsmuster als lebendes System.

Über Anca Badut

Scholarship-Stipendiatin Anca Badut studiert Architektur an der University of Architecture and Urbanism „Ion Mincu". Sie nahm 2017 an einem Intership-Programm in Toronto an der Philip Beesley Architect Inc. / Living Architecture Systems Gruppe teil. Im Anschluss an ihrem Bachelor- and Master-Programm hat sie vor, einen Ph.D. zu erwerben.

Veröffentlichung aus der AIT-Dialog. Bild: AIT / Anca Badut
Veröffentlichung aus der AIT-Dialog. Bild: AIT / Anca Badut

Mehr zum AIT-Stipendium lesen Sie in unserer Pressemitteilung zur Juryentscheidung:

Bewerbungen von 89 Studierenden aus 16 Ländern

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